Grundkurs "Moving Average / gleitende Durchschnitte"

Basiswissen

Mit dem Gleitenden Durchschnitt (Moving Average) wird der Verlauf einer Aktie über einen bestimmten Zeitraum hinweg dargestellt. So lässt sich der Durchschnittskurs auf einen Blick erkennen. Mit steigender Anzahl n-Perioden wird der Aktienverlauf mehr und mehr geglättet, um ein klareres Bild zu bekommen und Trends besser erkennen zu können. Die verwendete Periodenlänge ist unterschiedlich, liegt aber normalerweise bei entweder 38, 100 oder 200 Tagen, bzw. Candlesticks. Mithilfe der Kombination bzw. Übereinanderlegung mehrere Gleitender Durchschnitte ist es möglich, herauszufinden, ob ein Trend noch aktuell ist. Im Bereich der Technischen Analyse werden die GDs besonders häufig verwendet. Um langfristige Kursmarken festzustellen wird häufig der GD 200 genutzt. Viele Käufer und Verkäufer platzieren dort gerne ihre Kauf- oder Verkaufsaufträge.​

Aufbau

Double_MA.png

„Gleitende Durchschnitte“ dienen zur Glättung des gegebenen Kursverlaufes und sind demnach trendfolgend. Basierend auf „Moving Average“-Systemen wurde eine Vielzahl von Konzepten entwickelt, von denen heute vor allem fünf bekannt sind: 

„simple“ (einfache), „weighted“ (gewichtete), „exponential“ (exponentielle), „triangular“ sowie „variable“ „Moving Averages“, die sich jeweils durch die Gewichtung der Daten unterscheiden.

„Moving Averages” repräsentieren also eine Glättungslinie, die – entsprechend der Einstellung – den vorherrschenden (kurz-, mittel-, langfristigen etc.) Trend definiert. Ein Kreuzen des Basistitels mit seinem „Moving Average” oder das Kreuzen verschiedener „Moving Averages” (mit unterschiedlichen Einstellungen) kann als Kauf- oder Verkaufssignal interpretiert werden.

Funktion

Formel:


einfacher GD 

 

MAt = (Ct + Ct-1 + Ct-2 + ... + Ct-n+1)/n wobei MAt = aktueller Wert des einfachen GD gewichteter GD WMAt = (W1Ct + W2Ct-1 + W3Ct-2 + ... + WnCt-n+1 )/(W1 + W2 + ... Wn ) wobei WMAt = aktueller Wert des gewichteten GD Wn = jeweiliger Gewichtungsfaktor.

exponentieller GD 

 

EMAt = EMAt-1 + (SF*(Ct-EMAt-1)) wobei EMAt = aktueller Wert des exponentiellen GD SF = Wertungsfaktor, wobei 2/(n+1) den gebräuchlichsten Wertungsfaktor darstellt.

variabler GD 

 

VMAt = VMAt-1 + ((SF * VR) *(Ct - VMAt-1))) wobei VMAt = aktueller Wert des variablen GD SF = Wertungsfaktor, wobei 2/n+1 den gebräuchlichsten Wertungsfaktor darstellt. VR = Volatility Ratio, wobei diese in der Literatur nicht eindeutig definiert ist. Die Entwicklung dieses „GD“-Ansatzes geht zwar auf Tushar Chande zurück, doch am beliebtesten erscheint mittlerweile der Ansatz von Steven B. Achelis, der als „Volatility Ratio“ den Quotienten zwischen dem heutigen „VHF-Indikator“ („Vertical Horizontal Filter“, siehe dort) und dem vor 12 Perioden benutzt.

Anwendung in unserem Trading

Grundsätzlich können wir sowohl kurzfristige als auch langfristige gleitenden Durchschnitte in unserem Trading nutzen, dies kommt ganz auf ihren persönlichen Anlagehorizont an. Die Interpretation sowie der Einsatz ist immer der gleiche.

 

Grundanahme Aufwärtstrend:

Solange sich die Kerze oberhalb eines gleitenden Durchschnittes notieren, befinden wir uns in einem Aufwärtstrend.

Der Durchbruch, hier der Schlusskurs wird genutzt, um eine neue Position, hier nach einem Ausbruch nach oben. BUY aufzubauen.

Der Ausstieg erfolgt erst, wenn der Schlusskurs unterhalb des gleitenden Durchschnitts notiert.

Gleitende Durchschnitte sollten nur in volatilen Marktphasen genutzt werden. In Seitwärtstrends werden eine Vielzahl von Fehlsignalen generiert.

Aus diesem Grund sollten weitere Indikatoren zur Hilfe gezogen werden

Double_MA.png

Anwendung Double Moving Average

Beispiel BUY Szenario DMA:

1. GD 1 (50) - HIGH

2. GD 2 (50) - Low

DMA_SELL.png

Anwendung GD - SELL Szenario

Beispiel SELL Szenario TU24 OBOS:

Solange die Kerze unterhalb eines gleitenden Durchschnittes notieren, befinden wir uns in einem Aufwärtstrend.

Der Durchbruch, hier der Schlusskurs wird genutzt, um eine neue Position, hier nach einem Ausbruch nach unten, SELL Order aufzubauen.

Der Ausstieg erfolgt erst, wenn der Schlusskurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts notiert.